Wirkungsweise von Uran und Transuranen

Wie alle Bodenschätze beinhalten oder benachbarn Erdöl- und Erdgaslagerstätten natürliches Uran [U238], durchschnittlich 0,0032 % in der Erdkruste. Uran ist radioaktiv und zerfällt mit der Zeit, bis es nach der Abspaltung von energiereicher radioaktiver Strahlung in ein stabiles Element wie Blei zerfallen ist. Dies kann tausende oder Milliarden Jahre dauern. Problematisch dabei ist, dass die sogenannten Transurane, wie Actium, Thorium, Radium, Radon, Polonium, Thallium, Bismut und Blei zudem biochemisch extremst giftig, radiotoxisch sind. Sie wirken wie sehr starke „Frei Radikale“, die durch den Körper wandern und jedes Molekül auf ihrem Weg sofort zerstören und weiterwandern - bis sie ausgeschieden werden. Wenige Milligramm bei Aufnahme z.B. durch das Trinkwasser oder Nahrung führen zu Krebs oder sehr vorzeitigen Tod. Die Ursache ist nicht heilbar. Die Radioaktivität ist zwar ebenso bedeutend, jedoch hierfür nicht so entscheidend.

 

Doch wie kommen diese Transurane von der Förderung in den Körper?

Besonders gefährliche und gleichzeitig häufigsten Stoffe wie Radium und Radon aus der Förderung von Erdöl und Erdgas reichern sich über Millionen Jahre im Öl und Gas an. Bei der Förderungen werden diese Stoffe an die Erdoberfläche und weiter in Pipelines ins Erdgasnetz und Raffinerien transportiert und lagern sich in Rohrleitungen, Pumpen, Becken und Filtern an. Alle 5 Jahre müssen diese aufgrund der Verschlackung spätestens getauscht werden. Wenn die Rohre gespült werden und nicht als hochgiftiger und radioaktiver Müll wie atomarer Müll aus AKWs in ein Zwischenlager gebracht werden, gelangen die Stoffe ungehindert auf offene Deponien, Felder und Gewässer in die Umwelt. Gleiches gilt für das Förderwasser. (Erd-)Gas, leichte Kohlenwasserstoffe (KW) oder Wasser wird in Bohrlöcher gepresst, um an anderer Stelle Öl oder Gas zu fördern. Die Förderungen werden oft bis zu einem Verhältnis 100 Liter (Förder-)Wasser zu einem Liter Öl betrieben, bis die Quelle unwirtschaftlich geworden ist. Das Wasser wird dabei hoch-kontaminiert und neben dem Förderplatz in Becken gesammelt. Was mit dem Wasser in den Sammelbecken oder aus Leckagen (Austrittsstellen) am Bohrplatz geschieht, bleibt entsorgungstechnisch ein Geheimnis. Bei der Erdgasförderung treten als Beigas größere Mengen Radon aus, ein Edelgas, dessen Radioaktivität auch sehr schädlich ist. Seine geringe Zerfallszeit und leichte Aufnahme bei der Atmung in die Lunge verursacht häufig Krebs überall im Körper. Seit 1.1.2019 findet es besondere Betrachtung auch bei der energetischen Sanierung von Gebäuden, da es schwerer als Luft ist und sich in Kellern natürlich sammelt. Die Gefahr ist groß, aber bei der Erdgasförderung findet es keine hinreichende staatliche Beachtung.

So gelangen mit der Probebohrung, der Förderung, der Wartung und Rückbau von fossilen Energieträgern beträchtliche Mengen an Transuranen wie Radium, Radon, Polonium, Bismut und Blei in die unmittelbare Umgebung und verseuchen Böden, Luft und Gewässer für Jahrtausende. In der BRD werden diese Stoffe bei der Entsorgung nicht als toxisch klassifiziert behandelt. Der wirtschaftliche Aufwand wäre wohl zu groß, selbst als absolutes Spitzenland der Erdölraffinerie in Europa. Deshalb werden diese giftigen, radiotoxischen Stoffe (TENORM) gewissenlos umdeklariert als NORM und auf Böden, Halden, Ost- und Nordsee und Schlammgruben, von denen es seit den 60er Jahren hunderte u.a. in Brandenburg gibt, entsorgt und reichern sich hier an, bzw. verteilen sich mit der Witterung oder dem Pflug.

 

Nachweisverfahren und Umgangspflichten

Nun wird es durch CEP zu neuen Kontaminationen kommen. Mit einem Geigerzähler sind die Transurane jedoch kaum nachzuweisen. Hilfsweise kann eine Gammaspektroskopie helfen. Korrekterweise müsste für eine Bewertung eine Massenspektroskopie gemacht werden. Hierfür werden Proben der Bohrungen, der Böden und Gewässer unabhängig notwendig, um das Risiko aus der Lagerstätte abzuschätzen. Diese unabhängige Untersuchung verhindert CEP jedoch gezielt und spricht in den Veröffentlichungen nur von sehr geringen Mengen, obwohl bereits wenige Nano- und Milligramm [ng, mg] radiotoxischer Stoffe sicher Krebs auslösen und zum Tod führen. In den Medien wird stattdessen von Toluol, Benzol und Quecksilber (die auch bei der Förderung frei werden) gesprochen. Diese sind zwar auch krebserregend oder ein Nervengift, doch stimmt das Krankheitsbild oft nicht mit der Ursache überein. Dies wird, sei es wissentlich oder unwissentlich, von der Erdgas- und Erdölindustrie verschwiegen.

 

Die IAEA (International Atomic Energy Agency) hat ein Dokument mit dem Umgang dieser radioaktiven und radiotoxischen Stoffe als internationales Abkommen öffentlich heraus-gegeben. Dies ist der Grund für das Tragen der Vollschutzanzüge an der Bohrstelle. Die Bevölkerung u.s.w. bleiben jedoch weiterhin uninformiert. Verpflichtende Warnhinweise an den Erkundungsstellen fehlen. Ein Unfall, wie ein Brand oder eine Leckage oder die vermutlich absichtliche unsachgemäße Deponierung (weil nicht vorgeschrieben) kommt einer ökologischen und humanitären Katastrophe wie in Serveso oder bei Fukushima, wenn auch etwas begrenzter, gleich. Es bedeutet für die lokale Bevölkerung eine Unbewohnbarkeit der Region für Jahrtausende, wenn Böden nicht mehr bestellbar sind und das Wasser nicht mehr trinkbar ist.

 

Fazit

Das Bohren, Beproben und Fördern von fossilen Energieträgern dient nur dem kurzfristigen finanziellen Interesse von Konzernen und korrupten Politikern. Der Schaden für die Bevölkerung, der Natur und der folgenden Generationen wird dabei gegen internationale Abkommen, ethische Grenzen und ökologische Grundlagen billig erkauft. Um das Risiko wirklich abschätzen zu können, benötigen die Bürger im öffentlichen Interesse Transparenz und Sicherheiten für den Betrieb, die Entsorgung und den vollständigen Einblick in die Proben zur Risikobeurteilung. Die bisherige Handhabung und Aufklärung ist vollkommen unzureichend, wenn an anderen Orten von Deutschland Menschen bereits erkrankt sind und es an Aufklärung und Schutz mangelt. Die ökologische Katastrophe für unsere Region ist daher vorsorglich als sehr wahrscheinlich und sehr hoch einzustufen. Dies folgt bereits aus der umfangreich geplanten Aktivitäten und Strukturen der Betreiber CEP.

 

Autor: Stefan Golla Dresden, 5.6.2019

 

[Quellen:

– „The End of Oil“ (2017) ISBN: 9 783960 060307, www.teoo.de

– IAEA 2003 „Safty Report  Series No. 34; Radiation Protection and the Management of Radioactive Waste in the Oil and Gas Industry“ https://www-pub.iaea.org/MTCD/Publications/PDF/Pub1171_web.pdf]

 

 

Informationsveranstaltung in Wiese

Die Bi ist eingeladen zu einer Informationsveranstaltung in Wiese am Mittwoch, den 24. Juli um 19,30 Uhr im Gemeindezentrum Wiese.

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